Die Mischfutterwerke der Zukunft sind heute schon vorhanden

“Es gibt praktisch nichts Wichtigeres im Leben als die Ernährung des Planeten. Ein weiser Mann hat prophezeit, dass im Jahre 2050 neun Milliarden Menschen ernährt werden müssen”, erklärt Darren Paris in der August-Ausgabe von Milling and Grain. Dies ist nicht nur für die Lebensmittelindustrie eine Herausforderung, sondern vor allem auch für die Futtermittelindustrie. Je höher die Futtermittelqualität für die Arten, die uns mit Milch, Käse und Fleisch versorgen, desto hochwertiger die Speisen auf dem Tisch. So einfach ist das. Doch es ist leichter gesagt als getan. Die Mischfutterindustrie sieht sich im heutigen Umfeld steigender Energiepreise, zunehmender Ressourcenknappheit, Emissionsgrenzwerten und immer neuen gesetzlichen Bestimmungen mit der Aufgabe konfrontiert, noch nachhaltiger zu werden. Gleichzeitig muss der Mischfutterwerkmanager seine Zielvorgaben erfüllen und entweder den Umsatz maximieren oder die Futtermittel für die Fleisch-, Milch- und Eierproduktion optimieren. Anlässlich der VICTAM International in Köln prognostizierten Fachleute dramatische Veränderungen für die Mischfutterherstellung in Europa in den nächsten 10 Jahren. Wie recht sie haben – wir müssen nicht 10 Jahre warten, sie sind heute schon hier.

Kalmar Lantmän: das modernste Mischfutterwerk der Welt

Kalmar Lantmän ist ein führender Futtermittelhersteller in Schweden, der dank seiner langjährigen Betriebserfahrung die Ziele, die er mit seinem neuen Mischfutterwerk erreichen wollte, genau definieren konnte.
Dieses Werk, das Van Aarsen gebaut hat, ist derzeit das modernste Mischfutterwerk der Welt. Neue Technologien und ein hoher Automatisierungsgrad schaffen die Voraussetzungen für optimale Leistung in folgenden Bereichen:

  • Flexibilität und Effizienz
  • Hygiene
  • Energieeffizienz
  • Automation des Mischfutterwerks

Lesen Sie die enthusiastischen und interessanten Leitartikel über Kalmar Lantmän in der “Milling and Grain” als auch in der “All About Feed”.

Flexibel und effizient

Das Mischfutterwerk beliefert viele Landwirte mit ganz individuellen Futtermittelpräferenzen und produziert an die 200 verschiedene Rezepte. Viele Landwirte in Schweden wollen nur ihre eigene Mischung füttern. Mit dem neuen Mischfutterwerk und dessen Ausstattung kann Kalmar Lantmän auf höchste effiziente Weise jede noch so kleine Mischungsmenge, selbst wenn es nur 5 Tonnen sein sollten, für die Landwirte herstellen.

  • Die Hammermühlen sind mit der Siebwechselautomatik ausgestattet, sodass die Rohstoffe rasch auf jede gewünschte Futtermittelstruktur vermahlen werden können.
  • Für bestimmte Geflügelfutterprodukte wird die Rezeptur nicht durch die Hammermühle, sondern durch einen Walzenstuhl geführt.
  • Die 52 Rohstoffsilos sind mit Wägetechnik ausgestattet und verfügen jeweils über eine eigene Dosierungswaage. Somit können alle Bestandteile einer Rezeptur gleichzeitig dosiert und bis zu 30 Chargen zu vier Tonnen pro Stunde verarbeitet werden.
  • C 900 Pelletpressen mit ihrem einzigartigen Matrizenwechselsystem erlauben einen schnellen Matrizenwechsel für die Produktion von verschiedenen Pelletdurchmessern.
  • Schnelle Produktumstellungen unterstützt auch das Doppeldeck-Kühlersystem. Der Vorgang dauert gerade einmal zwei Minuten, das heißt, die Presse kann ausgesprochen schnell umgestellt werden, wodurch jährlich eine ungeheure Menge an Produktionszeit eingespart werden kann.
  • Zwei Linien sind mit speziellen Mehlkühlern ausgestattet
  • Die fertigen Pellets können gekrümelt werden, z. B. für Geflügelfutter.
  • Für den Zusatz von zusätzlichen Flüssigkeiten auf kalte Pellets oder Mehl verfügt jede Produktionslinie über einen Pelletcoater.
  • Das Endprodukt wird in eines der 96 Fertigproduktsilos gefördert.
  • Es gibt drei Ladespuren für Schüttgut-Lkws. Für möglichst schnelles, effizientes Laden ist an jeder Ladestation eine Doppel-Roboterwaage vorgesehen.

Hygienische Produktion

Das Mischfutterwerk kann nicht nur maßgeschneiderte Futtermittel liefern, sondern es produziert diese auch unter extrem hygienischen Bedingungen.

  • Alle 5 Produktionslinien sind getrennt und werden ausschließlich für eine bestimmte Tierart benutzt, um Kreuzkontamination zu vermeiden. Dies erhöht auch die Effizienz. Im alten Werk musste Kalmar Lantmän die Linie vor jeder Rezeptumstellung erst komplett reinigen.
  • Das Gebäude ist ebenfalls in eine “Schmutzzone” (für Rohmaterialien) und eine “Reinzone” (für Fertigprodukt) getrennt.
  • Reinräume für Dampfmischer, Langzeitkessel, Pelletpresse, Kühler und Fertigprodukt stehen ständig unter leichtem Überdruck, um eine Kontaminierung durch verunreinigte Luft zu vermeiden.
  • Ein Langzeitkessel für längere Konditionierungszeiten bei einer vorgegebenen Temperatur soll die Sterilisierung des Futtermittelbreis sicherstellen und Salmonellen abtöten.
  • Die Kühlluft wird an extrafeinen HEPA-Filtern gereinigt, damit keine Verunreinigungen in das System gelangen können.

Hohe Energieeffizienz

Die Energieeffizienz war ein wesentliches Merkmal des gesamten Projekts.

  • Die Anlage ist so konzipiert, dass die Schwerkraft optimal ausgenutzt wird.
  • Es wurde streng darauf geachtet, energieeffiziente Maschinen mit energieeffizienten Motoren einzusetzen. Alle Motoren > 30 kW sind frequenzgeregelt und alle Motoren > 200 kW sind mit einem Frequenzwandler mit geringem Oberwellenanteil ausgestattet.
  • Völlig neuartig ist die Energierückgewinnung aus der Wasserkühlung für die Motoren mit Frequenzreglern. Diese Energie wird in anderen Bereichen des Werks wieder genutzt.
  • Warmwasser wird für die beheizten Flüssigkeitstanks verwendet, die sich in isolierten Bereichen in drei verschiedenen Temperaturzonen befinden.

Automation des Mischfutterwerks

Der gesamte Produktionsprozess ist automatisiert, um Rezeptänderungen, Produktionszeit und Gesamtleistung des Mischfutterwerks zu optimieren und Kalmar Lantmän in die Lage zu versetzen, schneller auf Marktentwicklungen und die Nachfrage der Kunden zu reagieren.

  • Für die Überwachung aller Produktionsphasen genügen zwei Bedienpersonen.
  • Einstellungen können mit einem Tablet direkt vor Ort vorgenommen werden.
  • Alle Silos, Behälter und Mischer sind mit Wiegevorrichtungen ausgestattet sind, sodass die Bedienperson auf einen einzigen Blick sehen kann, wo sich welche Rohmaterialien oder Fertigprodukte im Prozess befinden. Gleichzeitig können die aktuellen Vorratsbestände im Auge behalten werden.
  • Eine automatische Probennahme von Fertigprodukten ist in Kombination mit dem vollautomatischen Probenverpackungssystem möglich.

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